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Die Siebdruckmaschine

Der einmalige Vorteil des Siebdrucks liegt darin, dass unterschiedlichste Materialien bedruckt werden können. Folien, Platten, Kunststoffe, Keramiken, Holz, Glas oder Stoffe lassen sich mit den verschiedenen Siebdruckverfahren ohne Weiteres bedrucken. Auch die Formen des zu bedruckenden Materials können flexibel ausgeführt sein, so dass auch das Bedrucken von Flaschen oder der Gehäuse elektronischer Geräte keine Schwierigkeit darstellt. Selbst die Größe der zu bedruckenden Objekte stellt für die meisten Siebdruckverfahren keine Einschränkung dar und kann vom Zentimeter- bis zum Meterbereich variieren. Hinsichtlich der Dicke des Farbauftrags auf den Bedruckstoff besteht ebenfalls ein großer Spielraum. Bei der Beschriftung von Gegenständen sowie bei der Bedruckung von Keramiken und Textilien ist der Siebdruck das Druckverfahren der Wahl.

Grundlagen des Siebdrucks

Grundsätzlich ist der Siebdruck neben dem Tiefdruck, dem Hochdruck und dem am weitesten verbreiteten Flachdruck, der auch unter dem Name Offsetdruck bekannt ist, eines der vier heute verfügbaren Druckverfahren. Im Siebdruck besteht die Druckform einfach aus einem mit einem Gewebe bespannten Rahmen. Für das entstehende Druckbild ist die Schablone ausschlaggebend, die auf das Gewebe aufgetragen wird. Die Schablone, die manuell, fotomechanisch oder elektronische erzeugt werden kann, ist nur an den zu druckenden Stellen durchlässig. In der Siebdruckmaschine wird die speziell gestaltete Druckform über dem Bedruckstoff platziert. Die auf das mit der Schablone individualisierte Gewebe aufgetragene Druckfarbe wird nun mit dem Rakel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff aufgetragen, der nach dem Entfernen aus der Siebdruckmaschine nur noch Trocknen muss.

Der Siebdruck in der Vergangenheit

Vieles deutet darauf hin, dass der Siebdruck bereits im 18. Jahrhundert in Japan erfunden wurde. Die Japaner entwickelten aus wasserdichten Papieren Schablonen, mit denen sie Textilien bedruckten. Als Kunsthandwerk hat sich diese Technik bis heute in Japan erhalten und ist dort unter dem Begriff Katazome bekannt. Spätestens im 19. Jahrhundert wurde auch in Europa und in den Vereinigten Staaten der Schablonendruck genutzt, vorrangig jedoch zum Bedrucken von Schildern. Als Siebmaterial wurden im frühen 20. Jahrhundert häufig Seidengaze eingesetzt, die großenteils in der Schweiz produziert wurden. Einen Namen im Siebdruckverfahren machte sich ab 1908 die kalifornische Firma Velvetone, die im Plakatdruck führend war. Der Mehrfarbendruck nach dem Siebdruckverfahren wurde von der ebenfalls in San Francisco ansässigen Firma Selectasine im Jahr 1918 eingeführt.

Der Siebdruck im elektronischen Zeitalter

Auch elektronische Schaltungen wurden lange Zeit im Siebdruckverfahren realisiert. Das Siebdruckverfahren zur Erzeugung von Leiterbahnen wurde vom Österreicher Paul Eisler erfunden und löste bereits in den vierziger Jahren die Drahtverbindungen ab. Durch die immer kleiner werdenden Abmessungen der elektronischen Geräte stößt die Siebdrucktechnik hierbei bald an ihre mechanischen Grenzen. Bei der heute üblichen Dickschichttechnik werden die elektronischen Bauelemente zusammen mit den als Leiter dienenden Druckpasten im Siebdruckverfahren auf den Trägerstoff aufgedruckt. Als “Druckfarbe” können dabei auch Edelmetalle verwendet werden.